ESAB FachwisseN.

Reibschweißen

Das Reibschweißen ist ein Verfahren, welches ohne eine äußere Einbringung von Wärme zwei Werkstücke miteinander verbindet. Hierbei wird durch eine Relativbewegung zwischen den Werkstücken und Druck, Reibung und damit Wärme erzeugt. Durch diese Wärme wird der Grundwerkstoff teigig und die Teile verbinden sich miteinander. Das Verfahren ermöglicht es, auch grundverschiedene Werkstoffe wie zum Beispiel Aluminium und Stahl miteinander zu verbinden. Es zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass nur eine relativ kleine Wärmeeinflusszone vorhanden ist.

Rotationsreibschweißen

Das Rotationsreibschweißen ist eine Sonderform des Reibschweißens. Es werden vorwiegend rotationssymmetrische Halbzeuge miteinander verbunden. Wichtige Parameter sind hierbei die Rotationsgeschwindigkeit mit der sich die Halbzeuge gegeneinander bewegen sowie der Druck mit dem die Halbzeuge zusammengepresst werden. Der Grundwerkstoff wird hierbei durch die Reibungswärme teigig, so dass die beiden zu fügenden Teile sicher verbunden werden. Eingesetzt wird dieses Verfahren in der Automobilindustrie, zum Beispiel, beim Fügen von Antriebswellen.

Rührreibschweißen

Das Rührreibschweißen (friction stir welding - FSW) ist ein Verfahren um Aluminiumbleche, Kupfer- oder Tintanlegierungen miteinander zu verbinden. Hierbei werden nicht wie beim Rotationsreibschweißen die Werkstücke bewegt, sondern es wird ein rotierender Dorn durch den Spalt der zu verbindenden Teile geführt. Das Friction Stir-Schweißen von Aluminium zeigt hohe Festigkeitswerte, und es treten keine Poren oder Verunreinigungen auf. Zug- und Biegetests zeigen sehr gute Werte. Die Daten der Dauerfestigkeitstests sind sogar besser als bei anderen Schweißverfahren. Außerdem ist die Naht weitgehend spannungsarm und hat eine perfekte Wurzelausbildung wenn nur von einer Seite geschweißt wird. Dadurch wird auch die Nacharbeit reduziert. Das Friction Stir-Schweißen eignet sich gut für das Verbinden von Strangpreßprofilen und flachen Platten in einem Wanddickenbereich von 1,6 mm bis 30 mm. Über 15 mm Wanddicke wird von beiden Seiten geschweißt, und bis 30 mm kann man überlappend von beiden Seiten schweißen.

Reparatur- und Hartauftragsschweißen

Es steht eine ganze Reihe von Auftragsschweiß-Technologien zur Verfügung, die dem verschlissenen Teil ein neues und oftmals längeres Leben schenken. Eine Vielzahl von Schweißgutlegierungen verleiht dem reparierten Bauteil eine erhöhte Beständigkeit gegen verschiedene Verschleißarten auch in Kombination mit Schlagbeanspruchung oder Korrosion. Oft ist die Standzeit des reparierten Teiles höher als die des Neuteiles. Deshalb wird bereits bei der Herstellung neuer Bauteile häufig eine Verschleißschutzschicht mittels Schweißen aufgetragen. Je nach Verschleiß- und Beanspruchungsart steht eine große Auswahl geeigneter Schweißzusätze mit unterschiedlich hoher Beständigkeit gegen bestimmte Verschleißarten, Korrosion, Hitze usw. zur Verfügung, die auf das beanspruchte Bauteilareal aufgetragen werden. Dies kann sowohl lokal begrenzt (z.B. Ventilsitz einer Armatur), als auch großflächig (z.B. Oberläche einer Stranggußrolle) geschehen. Neben traditionellen Einsatzgebieten, wie Bergbau und Tiefbau, findet das Auftragsschweißen heute auch in vielen anderen Industriezweigen Anwendung.

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